Computer Game
Entwickler: Fishlabs
Publisher: Deep Silver 2021
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Beitrag: Dr. Andreas U. Korn; Upload: 14.09.2026
Das Computerspiel Chorus vom Entwickler Fishlabs bietet einen eindrucksvollen Weltraumlook. Ein großer Planet mit Ringen, ähnlich wie beim Saturn, dominiert die Szenerie. Darüber hinaus bieten gewaltige Gesteinsbrocken und Asteroiden den Piraten gute Verstecke.
Nach einem kurzen Training wird man allerdings recht schnell in den gefährlichen Alltag versetzt und erhält dabei eine Menge Informationen. Gerade zu Beginn ist das mitunter zu viel Input, denn zunächst möchte ich mich vor allem auf die Steuerung meines Raumschiffs konzentrieren.
Das Schiff steuert man aus der Third-Person-Perspektive. Bei der Fortbewegung führt es allerdings immer wieder merkwürdige Drehungen aus. Deshalb benötigt die Steuerung zunächst etwas Eingewöhnung.
Nach und nach lernt man, das Raumschiff zu beschleunigen, abzubremsen und den Boost einzusetzen. Außerdem müssen Gegenstände eingesammelt und erste Gegner abgewehrt werden. Auf diese Weise vermittelt Chorus zwar relativ schnell die grundlegenden Funktionen, gleichzeitig verlangt das Spiel dem Spieler jedoch bereits in der Anfangsphase einiges ab.
Damit hat man allerdings längst noch nicht alles im Griff. Per Funk rasseln ständig neue Aufträge ins Cockpit. Was ist das Ziel und wo liegt es? Welchen Auftrag nehme ich an? Wie funktioniert die Karte? Wie viele Credits besitze ich und wo kann ich weitere einsammeln? Und schließlich: Wie lassen sich Updates installieren?
Eine Mission verlangt beispielsweise, verlorene Fracht einzusammeln. Mit einer Sondertaste kann man zunächst unsichtbare Objekte für kurze Zeit sichtbar machen. Doch obwohl ich mich einem Ziel nähere, ist kein entsprechendes Objekt zu erkennen. Handelt es sich um einen Bug?
Erst nach vielen Versuchen entdecke ich am Ziel schließlich eine Art Kiste, die bei Annäherung oder Kollision an Bord genommen wird. Warum funktioniert das nicht an jedem Hotspot? Eine nachvollziehbare Erklärung bleibt mir das Spiel schuldig.
Anschließend erscheinen Schwärme feindlicher Raumschiffe, die allesamt beseitigt werden müssen. Für mich ist das eine mühselige Aufgabe, zumal die Steuerung bei einer Verfolgung mit dem Xbox-Controller nicht gerade einfach ist.
Die richtige Geschwindigkeit zu finden und gleichzeitig ein schnelles gegnerisches Schiff zielgenau zu treffen, fällt mir schwer. Nach einigen Versuchen ist die Aufgabe schließlich geschafft.
In der Raumstation kann ich anschließend einige Updates installieren. Allerdings sind meine wenigen Credits schnell verbraucht. Kann ich mich nun selbst auf die Suche begeben und erst einmal nützliche Dinge einsammeln?
Kaum bin ich wieder im Weltraum, hagelt es bereits neue Anfragen nach Unterstützung. Diesmal soll ich bei der Verteidigung einer Station gegen Angreifer helfen. Sie wollen die Station zerstören und sind natürlich in der Überzahl.
Dreimal scheitere ich an dieser Aufgabe. Warum müssen es gleich so viele Gegner sein?
An diesem Punkt gerät das Spiel für mich ins Stocken. Freie Speicherpunkte gibt es nicht, und die Missionen müssen absolviert werden.
Eine zusammenhängende Story? Die gibt es aus meiner Sicht nicht wirklich. Stattdessen entsteht eher eine Abfolge von Aufträgen und Kämpfen: Mission annehmen, Ziel anfliegen und feindliche Wellen abwehren.
Gerade diese Struktur lässt bei mir wenig Raum für eine eigenständige Erkundung des Weltraums. Stattdessen fühle ich mich immer wieder dazu gedrängt, den nächsten Auftrag anzunehmen.
In einer weiteren Session bin ich im „freien Erkundungsmodus“ durch den Asteroidengürtel geflogen und habe einen kleinen Nebenauftrag bewältigt. Das brachte immerhin ein paar Credits ein.
Außerdem habe ich die Sprachausgabe fast auf null gedreht. Dadurch wirkt das Spiel auf mich nicht mehr ganz so unnötig hektisch.
Bei der Scan-Funktion ist ebenfalls etwas Aufmerksamkeit gefragt: Die entsprechende Taste sollte nur ganz kurz angetippt werden, da Sammelobjekte ansonsten nicht angezeigt werden.
Auch der Schiffsschaden kann sich teilweise regenerieren, wenn man sich etwas aus dem Kampfgebiet beziehungsweise an dessen Grenze zurückzieht. Mit Maus und Tastatur komme ich übrigens besser zurecht als mit dem Xbox-Controller.
Nach etwa fünf Stunden Spielzeit funktioniert das Gameplay schließlich etwas besser. Zudem kommt teilweise mehr Abwechslung ins Spiel.
Wem solche Weltraumkämpfe Spaß machen und wer sich geschickt gegen zahlreiche Gegner zur Wehr setzen kann, dem mag Chorus durchaus gefallen.
Allerdings habe ich vielleicht zu sehr Freelancer (2003) oder DarkStar One (2006) im Gedächtnis behalten. Beide Titel waren für mich komplexe und faszinierende Weltraumshooter. Vor allem empfand ich das Balancing der Raumkämpfe als deutlich besser.
Hinzu kam der attraktive Ausbau des eigenen Raumschiffs. Davon ist bei Chorus aus meiner Sicht allerdings wenig zu spüren.
Einige Missionsketten sind zudem heftig und fordernd. Besonders problematisch finde ich, dass zwischenzeitliche Speicherungen fehlen. Selbst im leichten Spielmodus können solche Aufgaben schnell frustrierend werden.
Und schließlich stellt sich mir noch eine Frage: Warum hat das deutsche Entwicklerteam der nationalen Community keine deutsche Sprachausgabe spendiert?
Mein Fazit: Für mich überwiegen die Schwächen bei Steuerung, Missionsgestaltung und Balancing. Daher gibt es von mir keine Empfehlung für das Game in meiner Steam-Rezension vom 21. September 2026.