Computer Game
Entwickler: Fishlabs
Developer: Deep Silver 2021
Das Computerspiel Chorus vom Entwickler Fishlabs bietet einen eindrucksvollen Weltraumlook. Ein großer Planet mit Ringen wie beim Saturn dominiert die Szenerie. Außerdem bieten große Gesteinsbrocken und Asteroiden den Piraten gute Verstecke. Nach einem kurzen Training wird man recht schnell in den gefährlichen Alltag versetzt und bekommt dabei eine Menge Informationen. Manchmal ist es allerdings zu viel Input, wenn man sich zunächst auf die Steuerung des Raumschiffs konzentrieren möchte.
Das Schiff steuert man aus der Third-Person-Perspektive. Bei der Fortbewegung führt es allerdings immer wieder merkwürdige Drehungen aus. Deshalb braucht die Steuerung zunächst etwas Eingewöhnung.
Nach und nach lernt man das Beschleunigen, Abbremsen und den Einsatz des Boosts. Außerdem müssen Gegenstände eingesammelt und erste Gegner abgewehrt werden. Damit vermittelt Chorus zwar relativ schnell die grundlegenden Funktionen, gleichzeitig verlangt das Spiel dem Spieler bereits in der Anfangsphase einiges ab.
Damit hat man aber längst noch nicht alles im Griff. Per Funk rasseln ständig neue Aufträge ins Cockpit. Was ist das Ziel und wo liegt es? Welchen Auftrag nehme ich an? Wie funktioniert die Karte? Wie viele Credits besitze ich und wo kann ich weitere einsammeln? Und wie funktioniert die Installation von Updates? Eine Mission verlangt beispielsweise, verlorene Fracht einzusammeln. Mit einer Sondertaste kann man zunächst unsichtbare Objekte für kurze Zeit sichtbar machen. Da ist ein Ziel, ich nähere mich an – aber ein Zielobjekt ist nicht zu sehen. Ein Bug? Nach vielen Versuchen entdecke ich am Ziel schließlich eine Art Kiste, die bei Annäherung oder Kollision an Bord genommen wird. Warum funktioniert das nicht an jedem Hotspot? Mir bleibt das völlig unklar.
Dann erscheinen Schwärme feindlicher Raumschiffe, die alle beseitigt werden müssen. Für mich ist das eine mühselige Aufgabe, zumal die Steuerung bei einer Verfolgung mit dem Xbox-Controller nicht einfach ist. Die richtige Geschwindigkeit zu finden und ein schnelles gegnerisches Schiff zielgenau zu treffen, fällt schwer. Irgendwann ist es dann aber geschafft.
In der Raumstation kann ich anschließend einige Updates installieren. Meine wenigen Credits sind schnell verbraucht. Kann ich mich nun selbst auf die Suche begeben und erst einmal nützliche Dinge einsammeln? Kaum bin ich wieder im Weltraum, hagelt es bereits neue Anfragen nach Unterstützung. Ich soll bei der Verteidigung einer Station gegen Angreifer helfen. Sie wollen die Station zerstören und sind natürlich in der Überzahl. Dreimal scheitere ich. Warum müssen es gleich so viele Gegner sein?
An diesem Punkt gerät das Spiel für mich ins Stocken. Freie Speicherpunkte gibt es nicht, und die Missionen müssen absolviert werden. Eine Story? Die gibt es aus meiner Sicht nicht wirklich. Stattdessen entsteht eher eine Abfolge von Aufträgen und Kämpfen: Mission annehmen, Ziel anfliegen, Feindwellen abwehren.
Kurzfazit
Wem solche Weltraumkämpfe Spaß machen und wer sich geschickt gegen zahlreiche Gegner zur Wehr setzen kann, dem mag Chorus gefallen. Ich habe vielleicht zu sehr Freelancer (2003) oder DarkStar One (2006) im Gedächtnis behalten. Das waren für mich komplexe und faszinierende Weltraumshooter. Vor allem empfand ich das Balancing der Raumkämpfe als deutlich besser. Hinzu kam der attraktive Ausbau des eigenen Raumschiffs. Davon ist bei Chorus aus meiner Sicht wenig zu spüren. Und schließlich: warum hat das deutsche Entwicklerteam der nationalen Community nicht eine deutsche Sprachausgabe spendiert?