Developer: Criterion Games
Publisher: Electronic Arts (2022)
Mit Need for Speed: Unbound wagt Electronic Arts einen mutigen Stilbruch: Statt auf realistische Grafik setzt das Rennspiel auf grelle Comic-Elemente, die das Spielgeschehen aufpeppen sollen.
Das auffälligste Merkmal von Unbound sind die gezeichneten Effekte im Cartoon-Stil: Beim Driften, Beschleunigen oder bei Speed-Boosts erscheinen bunte Rauch- und Funkenwolken im Comic-Look, die sich deutlich von der sonst fotorealistischen Fahrzeuggrafik abheben. Diese Mischung spaltet die Community. Fans schätzen den frischen, jugendlichen Look, der Erinnerungen an frühere NFS-Teile wie Underground weckt und der Serie eine eigene visuelle Identität verleiht. Kritiker bemängeln dagegen, dass der Stilbruch unruhig wirkt und nicht zu jedem Geschmack passt. Wer NFS-Titel mit reinem Realismus erwartet, muss sich an die ungewöhnliche Optik erst gewöhnen – wer Abwechslung sucht, wird hingegen positiv überrascht.
Neben der Kampagne punktet Unbound (Link s. GameStar) vor allem im Multiplayer-Modus. Spieler treten in Online-Duellen gegeneinander an, fordern Freunde oder zufällige Gegner heraus und liefern sich packende Kopf-an-Kopf-Rennen quer durch das fiktive Lakeshore City. Die Rennen lassen sich individuell einstellen, etwa nach Fahrzeugklasse oder Strecke, was für Abwechslung sorgt. Besonders motivierend: Einsätze und Preisgelder, die bei Siegen den virtuellen Kontostand füllen und so den Ehrgeiz zusätzlich anstacheln. Die Server laufen größtenteils stabil, gelegentliche Verbindungsprobleme wurden jedoch von einigen Spielern berichtet. Insgesamt bietet der Online-Modus langfristige Motivation und macht Unbound auch nach der Story noch attraktiv.